Religion/Praktische Philosophie

Religion

Zielsetzung des Religionsunterrichts

Der Religionsunterricht ist in den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule eingebunden.

Als ordentliches Lehrfach geht es im Religionsunterricht nicht nur um die Vermittlung von Erkenntnis und Wissen, sondern vor allem auch um die Befähigung zu verantwortlichem Denken und Verhalten in unserer Gesellschaft, besonders im Hinblick auf Religion und Glaube.

Er fragt auf der Grundlage reflektierter Tradition nach dem Ganzen und nach dem Sinn des menschlichen Lebens und der Welt. Er erörtert die Antworten, die Menschen heute auf diese Fragen geben und die sie in der Vergangenheit gegeben haben. Auf diese Weise leistet er eine Hilfestellung zur verantwortlichen Gestaltung des eigenen wie des gesellschaftlichen Lebens.

 

Schulgemeinschaft einmal anders erleben:

Um Schulpastoral konkret umzusetzen, werden verschiedene Aktionen und gemeinsame Feiern an unserer Realschule veranstaltet. Dadurch wird versucht, innere Werte zu fördern und weiterzuführen.

Die Schulseelsorgerin Doris Hasenkamp-Jakobs unterstützt uns hierbei und ist bei Problemen Ansprechpartnerin für Schüler, Eltern und Lehrer.

Der ökumenische Anfangsgottesdienst der Klassen 5 und der ökumenische Abschlussgottesdienst der Klassen 10 haben als wichtiges Element der Schulpastoral an unserer Realschule einen festen Platz.

Die verschiedenen Gottesdienste werden jeweils von Schülern, Lehrern (Fachschaften kath./ev. Religion) und Frau Hasenkamp-Jakobs gemeinsam vorbereitet und in ansprechender Form inhaltlich und musikalisch gestaltet.


Adventsmeditation:

Zur festen Tradition unserer Schule gehören die Adventsmeditationen in den Klassen 5. Jeweils zu Beginn des Religionsunterrichts werden alle Schüler dieser Jahrgangsstufe einmal in der Woche  eingeladen, sich durch meditative Texte, Denkanstöße, Rollenspiele und Musik auf die Adventszeit und das Weihnachtsfest einzulassen.

Die Religionslehrer, die in den 5er Klassen unterrichten, bereiten gemeinsam mit den Schülern abwechselnd diese Feiern vor.

 

Projekt „Abschied und Ankommen“ im Frühjahr 2009

Vom 5.Februar bis zum 3.April haben Schüler der Klasse 10 in Zusammenarbeit mit dem Hospiz Haus Hannah in Emsdetten und dem „Team Zirkel“ aus Münster  unter der Leitung des Theologen und Journalisten Gerd Felder mit weiteren Realschulen und Gymnasien aus dem Kreis Steinfurt zum Themenkomplex „Sterben, Tod und Trauer“ gearbeitet.

Die Teilnahme an der Eröffnungsfeier im Gymnasium Martinum in Emsdetten und an der Abschlussfeier in der Roncalli-Schule Ibbenbüren sowie ein Besuch im Hospiz „Haus Hannah“ waren Bestandteil dieses Projektes.  Es wurden zahlreiche eindrucksvolle Texte - Berichte, Interviews, Gedichte, Reportagen, Kurzgeschichten-  erstellt. Die Themenpalette deckt viele Aspekte ab, von der Hospizarbeit über Tod und Trauer, Suizid, über Todesstrafe und Sterbehilfe bis hin zum Tod in der Musik und in der Zeitung. Das nicht alltägliche Buch „Abschied und Ankommen“, in dem die Texte zusammengefasst worden sind, ist am 20.November 2009 erschienen.

 

Kinder helfen Kindern:

In diesem Jahr beteiligten sich die Klassen 5 und 6 unserer Realschule  in der Weihnachtszeit an der Aktion „Kinder helfen Kindern“.  Für Kinder in der Ukraine wurden Päckchen zusammengestellt, die mit Spiel- oder Schulsachen, Süßigkeiten oder Hygieneartikeln gefüllt sein konnten. Nachdem die Fachschaft Religion die Schüler ausgiebig über die Geschenkaktion informierte, war es uns eine besondere Freude, eine große Anzahl von Pakten an Herrn Weyland in Riesenbeck zu übergeben. Herr und Frau Weyland organisierten den weiteren Weg der Päckchen.


Praktische Philosophie

Informationen für Erziehungsberechtigte

Der Unterricht im Fach Praktische Philosophie richtet sich gemäß § 37 des Schulgesetzes an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen.

Praktische Philosophie trägt zum Bildungsauftrag der Schule bei, der die persönliche, soziale und politische Bildung der Schülerinnen und Schüler umfasst.

Das Fach fördert die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit zu sozialer Verantwortung, zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft, zur Orientierung an Grundwerten, zur kultu­rellen Mitgestaltung sowie zu verantwortlicher Tätigkeit in der Berufs- und Arbeitswelt.

Zentrales Anliegen des Faches ist es, zur Entwicklung von Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern beizutragen, die sie befähigen, sich systematisch mit Sinn- und Wertfragen auseinander zu setzen, sie bei der Suche nach Antworten auf die Frage nach dem Sinn menschlicher Existenz anzuwenden und in einer demokratischen Gesellschaft selbstbe­stimmt, verantwortungsbewusst und tolerant zu leben.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln dazu Empathiefähigkeit und gelangen zu einem Wert- und Selbstbewusstsein, das verantwortliches Handeln begründet.

Im Unterricht sollen durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Ideen, Wertvorstellun­gen und Normen Kriterien für deren Beurteilung erarbeitet und die eigene Reflexions- und Urteilsfähigkeit gefördert werden.

Das Verständnis für weltanschauliche, religiöse und ideengeschichtliche Positionen ist Grundlage für interkulturelle und intrakulturelle Toleranz und ermöglicht kognitive, emotionale und soziale Orientierungen.

Das Fach Praktische Philosophie ist auf die zusammenhängende Behandlung von Sinn- und Wertfragen gerichtet.

Während dies im Religionsunterricht auf der Grundlage eines Bekenntnisses geschieht, übernimmt Praktische Philosophie diese Aufgabe auf der Grundlage einer argumentativ-dis­kursiven Reflexion im Sinne einer sittlich-moralischen Orientierung ohne Bindung an eine bestimmte Religion oder Weltanschauung.

Bezugspunkt für die Ausrichtung des Faches ist die Werteordnung, wie sie in der Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen, im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und in den Menschenrechten verankert ist.

Bei der Umsetzung dieser Aufgaben und Ziele folgt der Unterricht Praktische Philosophie folgenden fachspezifischen Prinzipien der inhaltlichen und methodischen Gestaltung, die auch an neuere Erkenntnisse der Lern- und Kognitionswissenschaften sowie der Neurobio­logie anschließen.

Der Unterricht bietet, ausgehend von den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Sach­informationen, Instrumente und Verfahren an, Erfahrungen und Handlungen zu überprüfen, zu beurteilen und möglicherweise zu ändern.

Im Fach Praktische Philosophie stehen das begründete Argument und das begründete Argumentieren im Mittelpunkt. Verschieden begründbare Standpunkte können nebeneinan­der bestehen bleiben. Mit der Meinung Anderer ist respektvoll umzugehen.

Als Grundlagen der eigenen Entscheidungen und Handlungen werden nicht nur erfahrungs­geleitetes und logisches Denken und das Abwägen von Konsequenzen, sondern auch der unabweisbare Einfluss von Bedürfnissen, sozialen und kulturellen Bedingtheiten und be­wussten wie unbewussten Emotionen bedacht.

Der Unterricht entspricht dem neueren Verständnis des Zusammenwirkens von kognitiven und emotiven Prozessen, indem er emotionale Grundlagen und Zugänge für die Urteils- und Entscheidungsprozesse der Schülerinnen und Schüler bewusst macht und nutzt.

Emotionen und Gefühle sind dabei nicht nur auf Lerngegenstände bezogen, sondern auch auf Lernkontexte. Daher müssen Unterricht und Schulleben als Erfahrungs- und Handlungs­räume einbezogen werden.

Der angemessene Einbezug von Emotionen und die Entwicklung von Empathiefähigkeit ge­lingen nur vor dem Hintergrund des Wissens um die Denkvoraussetzungen und Überzeu­gungen anderer Menschen. Deshalb ist für den Unterricht und die Urteilsbildung der Rück­bezug auf Sachinformationen und kognitive Prozesse wichtig.

Der Unterricht im Fach Praktische Philosophie vermittelt dafür das methodische Instrumenta­rium, die erforderlichen Kenntnisse, Strategien und Arbeitstechniken. Er orientiert sich am sokratischen Methodenparadigma und berücksichtigt dabei phänomenologische, hermeneu­tische, analytische, dialektische und spekulative Zugänge.

(Vgl. Kernlehrplan Praktische Philosophie)

 

Informationen für Schülerinnen und Schüler

Schülerinnen und Schüler wollen wissen: Aber was ist überhaupt Philosophie?
„Philosophie“ lässt sich mit „Liebe zur Weisheit“ übersetzen.

Ein Philosoph ist jemand, der nach Erkenntnis strebt, der nach dem letzten Sinn fragt, forscht.

Das einzige, was wir brauchen, um gute Philosophen zu sein, ist die Fähigkeit, uns zu wundern“, lautet ein Leitspruch der Philosophie.

Wer sich wundert, stellt ganz einfache Fragen, z. B.:

  • Wer bin ich? (Gegenwart)
  • Wo komme ich her? (Vergangenheit)
  • Wo gehe ich hin? (Zukunft)


Im Mittelpunkt des neuen Fachs stehen die Schülerinnen und Schüler mit ihren Fragen und Problemen.

Praktische Philosophie bietet die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Vorstellungen darüber, was gut und richtig ist (Wertvorstellungen), auseinanderzusetzen und einen eigenen Stand­punkt zu gewinnen und zu diskutieren.

Der Unterricht ist nicht an eine bestimmte Religion gebunden, sondern fragt in alle Richtungen.

Aber: Auch wenn man an Gott glaubt, kann man sich für Philosophie entscheiden.
Der Kernlehrplan sieht 7 Fragenkreise vor:

  • Die Frage nach dem Selbst
  • Die Frage nach dem Anderen
  • Die Frage nach dem guten Handeln
  • Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft
  • Die Frage nach Natur und Technik
  • Die Frage nach Wahrheit, Wirklichkeit und Medien
  • Die Frage nach Ursprung, Zukunft und Sinn
  • ein Beispiel: „Ich bin verliebt. Soll mein Kopf oder mein Bauch das Handeln bestimmen?“


Wie kann mit sich mit solchen Fragen spannend beschäftigen?

  • Auseinandersetzen mit dem, was andere Menschen über diese Fragen gedacht haben/denken
  • Diskutieren dieser Fragen
  • Rollenspiele
  • Lesen historischer Texte
  • Erarbeiten von Zwickmühlen-Geschichten
  • Experteninterviews/Realbegegnungen
  • Filme, Spiele, CD-ROM‘s, Bilder, Cartoons, Comics, Internetrecherche
  • Erstellen von Plakaten & Postern, Produktion eigenerTexte, Mind-mapping
  • Gedankenexperimente, Projekte …